Wasserhahn tropft: Ursachen erkennen – Dichtung, Kartusche oder Perlator?
Ein tropfender Wasserhahn ist mehr als ein nerviges Geräusch in der Nacht. Er kostet Wasser, hinterlässt Kalkränder und ist oft das erste Zeichen, dass ein Verschleißteil am Ende ist. Welches Teil das ist, hängt von der Bauart der Armatur ab. Hier erfahren Sie, wie Sie die Ursache eingrenzen und wann Reparatur oder Austausch sinnvoller ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Bei Einhebelmischern ist fast immer die Kartusche verschlissen oder verkalkt.
- Bei älteren Zweigriff-Armaturen liegt es meist an der Dichtung im Ventiloberteil.
- Ein paar Tropfen direkt nach dem Zudrehen sind oft nur Restwasser im Auslauf – kein Defekt.
- Ein Tropfen pro Sekunde summiert sich auf gut 1.500 Liter im Jahr.
- Tropft es am Hebel oder unter dem Becken, steckt meist eine andere Ursache dahinter als beim Tropfen aus dem Auslauf.
Wo tropft es genau? Die Stelle verrät die Ursache
| Wo tropft es? | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|
| Aus dem Auslauf, obwohl der Hahn zu ist | Kartusche (Einhebelmischer) oder Dichtung im Ventiloberteil (Zweigriff) |
| Kurz nach dem Zudrehen, dann nicht mehr | Restwasser im Auslauf oder im Perlator – meist harmlos |
| Am Fuß des schwenkbaren Auslaufs | O-Ringe am Schwenkauslauf verschlissen |
| Unter dem Hebel oder Griff | Kartusche oder Spindelabdichtung undicht |
| Unter dem Becken an den Anschlüssen | Flexschlauch, Eckventil oder Verschraubung – siehe Wasserleck |
Schauen Sie bei einem Leck unter dem Becken besonders genau hin: Ein geplatzter Flexschlauch kann innerhalb von Minuten große Mengen Wasser freisetzen. Drehen Sie im Zweifel die Eckventile zu.
Einhebelmischer: die Kartusche
In fast jeder modernen Armatur steckt eine Keramikkartusche. Zwei fein geschliffene Keramikscheiben gleiten aufeinander und regeln Menge und Temperatur. Setzt sich Kalk dazwischen oder werden die Scheiben rau, schließen sie nicht mehr dicht. Typische Anzeichen: der Hebel geht schwer oder ruckelt, die Temperatur lässt sich schlecht einstellen, und aus dem Auslauf tropft es dauerhaft.
Eine Kartusche lässt sich tauschen, ohne die ganze Armatur zu wechseln. Allerdings muss sie exakt zum Modell passen – Durchmesser, Höhe und Verzahnung unterscheiden sich je nach Hersteller. Bei Markenarmaturen bekommt man Ersatzteile meist viele Jahre lang, bei sehr günstigen No-Name-Modellen oft gar nicht.
Zweigriff-Armatur: Dichtung und Ventiloberteil
Ältere Armaturen mit getrenntem Warm- und Kaltwassergriff arbeiten mit einem Ventiloberteil und einer Gummidichtung. Diese Dichtung wird bei jedem Zudrehen zusammengedrückt und härtet über die Jahre aus. Das typische Bild: Man muss den Griff immer fester zudrehen, damit es nicht mehr tropft.
Hier genügt oft eine neue Dichtung oder ein neues Ventiloberteil. Ist der Ventilsitz im Gehäuse selbst ausgewaschen, hilft auch das nicht mehr – dann ist ein Austausch der Armatur die bessere Lösung.
Was kostet ein tropfender Wasserhahn?
Ein einzelner Tropfen hat rund 0,05 Milliliter. Bei einem Tropfen pro Sekunde sind das etwa 4 Liter am Tag und gut 1.500 Liter im Jahr. Da in Deutschland für jeden Kubikmeter Wasser auch Abwassergebühren anfallen, ist das vor allem dann teuer, wenn warmes Wasser tropft – dann zahlen Sie zusätzlich die Energie fürs Aufheizen.
Reparieren oder austauschen?
| Situation | Unsere Empfehlung |
|---|---|
| Markenarmatur, unter 10–15 Jahre alt, Ersatzteil verfügbar | Kartusche oder Dichtung tauschen – siehe Wasserhahn reparieren |
| Armatur stark verkalkt, Oberfläche beschädigt, kein Ersatzteil | Neue Armatur – siehe Wasserhahn austauschen |
| Zusätzlich Temperaturprobleme oder schwerer Hebel | Meist Kartusche; bei alter Armatur lohnt der Austausch |
Die Reparatur eines tropfenden oder undichten Wasserhahns bieten wir ab 79 € an, den Austausch ab 89 €, jeweils zuzüglich 29 € Anfahrt. Den Festpreis nennen wir Ihnen vor Arbeitsbeginn, nachdem wir die Armatur gesehen haben.
Selbst reparieren: worauf Sie achten sollten
- Vorher die Eckventile unter dem Becken schließen und den Hahn öffnen, bis kein Druck mehr da ist.
- Den Abfluss mit einem Tuch abdecken, damit keine Schrauben verschwinden.
- Die alte Kartusche mit in den Baumarkt nehmen oder Hersteller und Modell notieren.
- Verchromte Teile nur mit Tuch und passendem Werkzeug anfassen – Zangen hinterlassen Kratzer.
- Nach dem Einbau die Eckventile langsam öffnen und auf Dichtheit prüfen.
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