Wasserdruck zu niedrig: Perlator, Filter, Druckminderer – so finden Sie die Ursache
Die Dusche plätschert nur noch, die Waschmaschine braucht ewig zum Füllen, aus dem Küchenhahn kommt ein dünner Strahl. Schwacher Wasserdruck hat viele mögliche Ursachen – von einem verkalkten Sieb für ein paar Cent bis zu zugewachsenen Leitungen. Mit der richtigen Reihenfolge finden Sie heraus, wo das Problem liegt.

Das Wichtigste in Kürze
- Schwach an einer Zapfstelle: meist Perlator, Duschkopf oder Eckventil.
- Schwach im ganzen Haus: Hauswasserfilter, Druckminderer oder nicht ganz geöffnete Hauptabsperrung.
- Bei Nachbarn ebenfalls: oft eine Störung oder Bauarbeiten beim Wasserversorger.
- In älteren Häusern können verzinkte Stahlrohre innen so stark zuwachsen, dass nur ein Austausch hilft.
- Plötzlich schwacher Druck plus steigender Zählerstand kann auf ein Leck hindeuten.
Erster Check: Wo ist der Druck schwach?
| Beobachtung | Wahrscheinliche Ursache |
|---|---|
| Nur ein Wasserhahn oder nur die Dusche | Verkalkter Perlator oder Duschkopf, Kartusche, halb geschlossenes Eckventil |
| Nur warmes Wasser schwach | Warmwasserbereiter, verkalkter Durchlauferhitzer oder Speicher |
| Alle Zapfstellen im Haus | Hauswasserfilter verschmutzt, Druckminderer defekt oder falsch eingestellt, Hauptabsperrung nicht ganz offen |
| Auch bei Nachbarn | Versorgungsnetz: Bauarbeiten, Rohrbruch in der Straße, Störung beim Wasserversorger |
Perlator und Duschkopf: die häufigste Ursache
Der Perlator am Auslauf mischt Luft ins Wasser und hat feine Siebe. Kalk und kleine Partikel aus der Leitung setzen sie mit der Zeit zu. Abschrauben, in Essig- oder Zitronensäurelösung einlegen, ausspülen – oft ist der Druck danach sofort wieder da. Beim Duschkopf genauso. Lässt sich der Perlator nicht lösen, hilft ein Gummituch; mit der Zange wird die verchromte Oberfläche leicht beschädigt.
Ist der Strahl auch ohne Perlator schwach, liegt das Problem weiter hinten: Eckventil, Kartusche oder Leitung.
Hauswasserfilter und Druckminderer
Hinter dem Wasserzähler sitzt in vielen Häusern ein Hauswasserfilter, oft als Rückspülfilter mit durchsichtiger Tasse. Ist das Sieb zugesetzt, sinkt der Druck im ganzen Haus. Bei Rückspülfiltern genügt meist das Drehen am Rückspülrad; Filter mit Wechseleinsatz brauchen eine neue Patrone. Hersteller empfehlen die Rückspülung in regelmäßigen Abständen, häufig alle zwei bis sechs Monate.
Der Druckminderer reduziert den Netzdruck auf einen für die Hausinstallation verträglichen Wert. In vielen Häusern ist er auf etwa 3 bis 4 bar eingestellt. Ist er defekt oder zu niedrig eingestellt, zeigt das Manometer am Gerät einen deutlich geringeren Wert. Die Einstellung sollte ein Fachmann vornehmen, denn zu hoher Druck belastet Armaturen, Schläuche und Geräte.
Alte Leitungen: wenn das Rohr zuwächst
In Häusern, die vor den 1980er-Jahren gebaut wurden, liegen häufig noch verzinkte Stahlrohre. Mit den Jahren bilden sich innen Korrosion und Kalkablagerungen, die den Querschnitt immer weiter verengen. Typische Anzeichen: braunes Wasser nach längerer Standzeit und ein Druck, der über Jahre langsam schlechter wird. Hier hilft keine Reinigung dauerhaft – sinnvoll ist die Erneuerung der Wasserleitung, oft abschnittsweise.
Wann es dringend ist
Fällt der Druck plötzlich ab und dreht sich gleichzeitig das Rädchen am Wasserzähler, obwohl alle Hähne geschlossen sind, könnte irgendwo Wasser austreten. Dann sollten Sie nicht abwarten. Lesen Sie dazu auch unseren Ratgeber verstecktes Leck erkennen.
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